Traumatherapie

Traumatische überwältigende Ereignisse im Leben eines Menschen und/oder schreckliche Lebensverhältnisse (physische, sexualisierte oder psychische Gewalt, Katastrophen, schwere Schicksalsschläge, Unfälle etc.) können seelisch und auch körperlich krank machen. Je nach Schwere und Dauer der Belastung einerseits sowie der persönlichen Resilienz und den verfügbaren Ressourcen eines Menschen andererseits, können solche Extremsituationen in der eigenen Biografie einigermaßen bewältigt und integriert werden – oder aber es kommt zur Überforderung des Organismus und der Leib (als Einheit von „Körper-Seele-Geist“ verstanden) reagiert mit „Fehlfunktionen und Störungen“, welche zu unterschiedlichen körperlichen und seelischen Leidenszuständen führen. Die Frage, ob es zu posttraumatischen Störungsbildern kommt oder nicht, ist demnach individuell ganz unterschiedlich.

Seelische Traumatisierung kann eine Fülle von Symptomen und Krankheitszuständen hervorrufen: nicht nur die quälenden, oft jahrelang wiederkehrenden intrusiven Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung (Flashbacks), sondern auch depressive Zustandsbilder, Angstsymptome, dissoziative Symptome, somatoforme Störungen und Suchterkrankungen. Länger anhaltende, vor allem zwischenmenschliche Gewalt in der Kindheit kann zu charakteristischen Beeinträchtigungen in der Entwicklung der gesamten Persönlichkeitsstruktur führen.

Vor allem bei Menschen mit chronifizierten psychischen Erkrankungen kann eine auf Trauma fokussierte Betrachtungsweise in der Psychotherapie mitunter neue, erfolgversprechende Behandlungsansätze aufzeigen. Wir wissen heute, dass viele Menschen mit Belastungen durch psychische Traumatisierungen oft über Jahre Fehldiagnosen erhielten.

Der fachgerechte Umgang mit Menschen, die an Traumafolgestörungen leiden, resultiert unmittelbar aus den Forschungsergebnissen der Psychotraumatologie: aus Neurobiologie, Neurophysiologie und Stressforschung, Epigenetik, Bindungstheorie, Systemtheorie, u.a.

Weitere Informationen finden Sie unter anderem beim Zentrum für angewandte Psychotraumatologie.